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Rezension zu „Renaissance“ von N. C. Silversmith

Februar 27, 2015

Zum Buch: „Renaissance“ von N. C. Silversmith ist ein Roman, der am 14.12.2014 erschienen ist. Zu beziehen z.B. hier: http://www.amazon.de/Renaissance-N-C-Silversmith-ebook/dp/B00R1PTUWQ/ref=la_B00P4ZTPNE_1_7?s=books&ie=UTF8&qid=1424768606&sr=1-7

Klappentext: Godéz ist ein kleines Tal, umschlossen von einem Bergring, in der Mitte geteilt durch einen See, der zwei Staaten formt, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Der Norden ist ein totalitärer Gottesstaat, von einer kleinen Oberschicht geführt, die über die strengen Sitten und Gebräuche wacht und die unteren Schichten der Bevölkerung gnadenlos ausbeutet. Als Raphael von Nantwig, der sich schon lange wie in einem goldenen Käfig fühlt, ahnend, dass die Fassade der Oberschicht und des Staates brüchig ist, eines Tages die Gelegenheit bekommt, an einem Marketing-Seminar im südlichen Bruderstaat teilzunehmen, scheinen all seine verbotenen Gedanken und Fantasien plötzlich Gestalt anzunehmen.
Während sein Kommilitone Michael von Karmann, der Raphael zu seinem Leidwesen begleitet, sich vor allem verschließt, verliebt Raphael sich in die prachtvolle, prunksüchtige, dekadente Hauptstadt von Südgodéz, Rotasant, in ihre Leichtlebigkeit, Lebendigkeit und Freiheit. Wie auf einer antiken Insel werden dort Wissenschaft, Philosophie, Demokratie und die freie Liebe propagiert, was Raphael fasziniert und in den Bann zieht. Als er sich zudem noch in die junge Seminarleiterin Joceline Estacade verliebt, steht er vor der Frage, ob er überhaupt noch in sein altes Leben zurückkehren kann. Doch in Rotasant zu bleiben, wäre eine Entscheidung, für die er alle Brücken hinter sich abbrechen müsste …

„Renaissance“ ist ein schwarz-weiß überzeichnetes Sittengemälde, das jedoch in opulenten, zuweilen blasphemischen Farben ausgemalt ist. Religion steht gegen Wissenschaft, glauben gegen denken, Keuschheit gegen sexuelle Freiheit, Strenge gegen Gelassenheit. Ein metaphorischer Roman über Gesellschaftsformen.

 

Die Story: Raphael und Michael leben in Nordgodèz, einem gottesfürchtigen Staat mit strengen Regeln. Als sie ein durch ihren Wehrdienst versäumtes Seminar im verfeindeten Südgodèz nachholen sollen, erleben sie das Leben in einer komplett anderen Art und Weise. Doch während Michael sich allem verschließt und sich von Feinden umgeben sieht, entdeckt Raphael das freiere Leben für sich und geniesst den Aufenthalt dort in vollen Zügen. Als er sich dann auch noch verliebt, beginnt er sich zu fragen, ob er in seine Heimat zurückkehren soll, oder für ein befreites Leben alles hinter sich lassen sollte… Unterstützung in dieser Überlegung erhält er von unerwarteter Seite…

 

Schreibstil, Perspektiven, Aufbau: Die Geschichte ist in der dritten Form verfasst und in 20 Kapitel unterteilt.

 

Covergestaltung: Das Cover zeigt eine Frau vor einem Fenster, die man wie durch einen Tunnel betrachten kann. Darüber steht der Autorenname, während der Titel des Buches darunter steht. Der Hintergrund ist schwarz.

 

Zum Autor: „N.C. Silversmith ist ein Pseudonym – oder ein Markenzeichen, ganz wie man es sehen will – für eine Gruppe von Autoren, Lektoren, Fotografen und Grafikern, die sich zusammengeschlossen hat, um ganz unterschiedliche Genre zu bedienen und dabei doch wie „aus einem Guß“ zu wirken. Eine Wortschmiede.
Wir mögen Krimis, Erotik, Liebesgeschichten und vieles mehr, doch dies sind unsere bevorzugten Themen. Wir sind hetero und schwul, weshalb die Grenzen oft verschwimmen. Wir sind kosmopolitisch und gesellschaftlich interessiert, sodass unsere Geschichten an verschiedenen Orten spielen und nie schlicht „erotisch“ oder „abenteuerlich“ sind, sondern sich auch mit den Abgründen der Gesellschaft beschäftigen und die Realität nie ganz verlassen.“ (Quelle: http://www.amazon.de)

Meine Meinung: Zuerst wusste ich nicht wirklich, was mich bei diesem Buch erwartet, da ich mir unter einem „schwarz-weiß überzeichneten Sittengemälde“ nicht viel vorstellen konnte. Doch nachdem meine Neugier nun geweckt war, habe ich mich auf das Abenteuer eingelassen, und ich bereue es nicht.

Am Anfang erschien mir der Text etwas langatmig, und ich war mir nicht sicher, ob ich Spaß an der Lektüre haben würde, doch recht schnell hatte ich mich an die Schreibweise gewöhnt und konnte mich ganz gut in das Geschehen vertiefen. Dies wurde sicher auch durch den flüssigen Schreibstil unterstützt, der sehr angenehm zu lesen ist.

Fragte ich mich zu Anfang noch, was es mit der Unterscheidung in schwarz und weiß auf sich habe, so wurde mir doch schnell klar, dass es auf den Unterschied zwischen den Ländern in dieser Geschichte anspielte. Die Gegensätze in diesem Werk könnten nicht größer sein, strenge Gottesgläubigkeit steht einem darwinistischen Weltbild gegenüber, und während die einen sehr auf Regeln erpicht sind, steht den anderen der Sinn eher nach Freiheit und Leben an sich.

Die Lektüre zeigt dem Leser Situationen auf, die es auch in unserer Gesellschaft gibt, und wirkt daher sehr lebensnah. Trotzdem gibt es auch Situationen zum Schmunzeln oder Kopfschütteln, und Dinge, die man lieber gar nicht näher betrachten möchte genauso wie Dinge, die uns in unserem alltäglichen Leben ebenfalls begegnen können.

Alles in allem eine schöne Lektüre, die von mir 4 Sterne bekommt.

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